Feminismus 101

Der Feminismus – eine Kurzdefinition

Im Feminismus geht es darum, bestehende Geschlechternormen und damit einhergehende sozialpolitische Machtstrukturen zu hinterfragen und zu durchbrechen.

Oder aber überspitzt formuliert: Feminismus ist die radikale Ansicht, dass Frauen* Menschen sind.

Feminismus sucht Antworten auf die Fragen: Wer hat Macht und wer nicht? Warum haben bestimmte Gruppen Macht und wie üben sie diese aus? Wie, inwiefern und warum sind Frauen* von dieser Machtausübung betroffen und dadurch ungleich gestellt?

Somit untersucht er Formen und Strukturen der Unterdrückung, beleuchtet Ungerechtigkeiten und rückt Dinge ans Tageslicht, die ansonsten totgeschwiegen würden. Dazu gehört auch, den Finger in die Wunde zu legen und z.B. Gewalt gegen Frauen und männliche Dominanz zu thematisieren.

Das heißt aber nicht, dass im Feminismus pauschal Männer angeklagt und verurteilt würden. Um Feminist*in zu sein muss man also keine Männer hassen. Man muss auch nicht die Schuld für alles Übel bei den Männern suchen. Im Gegenteil. Es geht um Gleichberechtigung. Gleich! Nicht besser, nicht schlechter. Alle Menschen, alle Geschlechter sollen die gleichen Rechte, gleiche Würde und gleichen Freiheiten erfahren.

So ist der Feminismus sowohl eine politische Ideologie, als auch eine soziale Bewegung. Die Theorie und Ideologie setzt sich in Form von akademischen Texten mit Gesellschaftsanalyse aus Geschlechterperspektive auseinander. Und die Frauenrechtsbewegung ist letztlich nichts anderes als der öffentliche Wiederstand einer unterdrückten Gruppe und ihrer Sympathisant*nnen. Ein Aufstand gegen eine soziale Ungerechtigkeit. Natürlich gibt es auch im Feminismus, wie in jeder gesellschaftswissenschaftlichen Theorie, sozialen Bewegung und Ideologie, unterschiedlichste Ansichten oder Auslegungen. Wie die meisten Ideologien haben sich auch am Feminismus zahlreiche Denker*innen abgearbeitet und Bibliotheken füllende Abhandlungen darüber geschrieben. Hinzu kommt, dass der Feminismus versucht zu erklären, wieso, weshalb und warum seit tausenden von Jahren mehr als die Hälfte der Menschheit unterdrückt wird. Mehr als die Hälfte der Menschheit! Das sind eine Menge Menschen und eine Vielzahl von Themen, die sie mit Unterdrückung verbinden.

Deswegen spricht man auch von Feminismen.

Um einen wenig Struktur in das „Chaos“ der verschiedensten Feminismen zu bringen, empfehlen sich zwei Denkbilder: Das der Wellen des Feminismus und das der thematischen Feminismen.