Das ist mal voll * na du weißt schon was* von dir.

Sexismus, Chauvinismus oder Misogynie?

Dinge beim Namen nennen zu können, verleiht uns Kraft und entmachtet sie. Das haben uns schon das Märchen vom Rumpelstilzchen und Lord Voldemort aus Harry Potter gelehrt.

Aber nicht immer ist es so einfach, den richtigen Begriff zu finden. Mir persönlich geht es häufig so mit Alltagssexismus oder Chauvinismus oder… na das halt.

Vielleicht kennst du dieses beklemmende Bauchgefühl, das dem Spruch, der Anmache, dem Werbe-Poster oder dem Kosename doch ein tieferliegendes Vorurteil gegenüber dem eigenen Geschlecht zu Grunde liegt? Und doch fällt es dir schwer dies auszusprechen?

Und wenn Frau* es dann doch tut, bekommt sie nicht selten zu hören, der Begriff „Sexist oder Sexismus“ sei an dieser Stelle ja wohl zu hart, sie würde übertreiben, oder halt keinen Spaß verstehen ,oder, oder, oder…

Die Liste an Antworten ist lang. Und so ist es die Liste an Menschen, die meinen besser zu wissen, was Sexismus sei und wie er sich anfühlt. Das Schöne am Feminismus, zumindest empfinde ich das so, ist, das hier die Betroffenen das Wort und die Definitionsgewalt zugesprochen bekommen. Du empfindest diesen Spruch als sexistisch? Eine Aussage greift dich auf Grund deines Geschlechts an? Dann ist das so und dann darfst du das auch benennen!

Natürlich wird dir nicht Jede*r mit diesem Respekt begegnet und so kann es helfen, sich die genaue Definition von Begriffen wie Sexismus, Chauvinismus und Misogynie anzuschauen und im Kopf zu haben!

Chauvinismus

Chauvinismus [ʃovi’nɪsmʊs] ist der Glaube an die Überlegenheit der eigenen Gruppe. Im ursprünglichen Sinn ist damit ein übertriebener Nationalismus gemeint. In der Frauenbewegung der 1970er wurde jedoch der Begriff des männlichen Chauvinisten(-Schweins) geprägt und bezeichnete Männer, deren Verhalten durch patriarchale Machtstrukturen geprägt ist und die glauben, allein auf Grund des Geschlechtes einen gewissen Überlegenheitsanspruch gegenüber Frauen zu besitzen. Beispielsweise, indem sie ihre männlichkeitsorientierte Perspektive unhinterfragt in den Mittelpunkt stellen und Frauen die Welt, auch den Feminismus und den weiblichen Körper, erklären.

Warnung: Im allgemeinen Sprachgebrauch wird Chauvinismus oft als eine abgeschwächte, gesellschaftsfähige Form des Sexismus (miss-)verstanden, den man nicht so ernst zu nehmen brauche.

Sexismus

Sexismus bezeichnet die Diskriminierung aufgrund von Gender (sozialem Geschlecht), sowie die Einstellungen, Stereotypen und kulturellen Elemente, die diese Diskriminierung begünstigen. Sexismus dient als Instrument um Machtverhältnisse herzustellen und zu bewahren. Er weist den vermeintlichen zwei Geschlechtern bestimmte Rollen und Wertigkeiten zu.

Beim Begriff Sexismus ist es ähnlich wie beim Begriff Rassismus wichtig, dass gegebene Dominanzverhältnis zu berücksichtigen, da es bei beiden Diskriminierungsformen um ein Zusammenspiel von Vorurteilen und Machtstrukturen bzw. Machtausübung geht.

In einer patriarchalen Gesellschaft, die heterosexuelle, weiße, Mittelklasse Männer als Norm setzt, erfahren also nur die Menschen, die von dieser Norm abweichen Sexismus, nicht aber der ohnehin privilegierte, machthabende Personenkreis.

  • Sexismus = Vorurteile + Macht

Misogynie

Misogynie (griechisch μισεῖν misein „hassen“ und γυνή gyné „Frau“) bezeichnet die bereits in der griechischen Antike denkerisch und literarisch behandelte starke Abneigung gegen Frauen (den „Frauenhass“). In Abgrenzung zum Begriff Sexismus bezeichnet Misogynie eine persönliche, emotionale, hasserfüllte Abneigung gegenüber Frauen, die sich in Gewalt, Verharmlosug von Gewalt gegen Frauen, Beschämung und Beschuldigung von Frauen ausdrückt.