Unsere Stellungnahme zum Artikel im Evangelisch Frankfurt

Comeback des Feminismus

Am 4. Juni 2017 erschien im Evangelisch Frankfurt ein Interview mit unseren Referentinnen Mechthild Nauck und Lena Reichstetter. Zum Artikel kommen Sie hier.

Einen Monat später interviewte Rosa Köstler, derzeit Honorarkraft im Bereich “Junges EVA” die beiden Referentinnen erneut. Lesen Sie die aktuelle Stellungnahme:

Rosa: Wie ist es, sich selber in einem Artikel zu sehen und darauf angesprochen zu werden?

Lena: Es war ein befremdliches Gefühl, dass primär ich auf den Artikel angesprochen wurde, obwohl es ein Teamgespräch war. Aber durch das Foto wirkte es fast so, als sei es ein Artikel über mich, das finde ich sehr schade. Ich würde mir wünschen, dass der Dialog stärker rauskommt.

Rosa: Der Artikel stellt dich als Aushängeschild des neuen, jungen Feminismus dar. Wie stehst du dazu?

Lena: Als Sprachrohr eines jungen Feminismus würde ich mich nicht betrachten. Ich bin auch bewusst keine Online-Aktivistin oder Bloggerin, weil ich nicht das Bedürfnis habe, meine Meinung zu verbreiten, sondern suche eher den Dialog und Austausch. Eine Verallgemeinerung meiner Position möchte ich vermeiden: Ich spreche nicht für alle und was ich für mich erkämpfe, muss nicht für andere Feministinnen gelten.

Rosa: Was möchtest du abschließend noch zu deiner Auffassung von jungem Feminismus sagen?

Lena: Ich bin Feministin geworden, weil ich mich nicht in den an mich gerichteten Labels und Erwartungen der anderen wiedergefunden habe und individuelle Freiheit wollte. Für mich ist es weder per se eine feministische Haltung, die Waschmaschine selbst zu tragen, noch, sie tragen zu lassen. Durch den Feminismus habe ich aber das Selbstbewusstsein entwickelt, drüber zu stehen und zu sagen:  Ich kann keine Waschmaschine tragen, also lasse ich sie tragen. Das heißt weder, dass ich schwach bin, noch, dass andere Frauen das nicht können. Und meine Stärke ist ja nicht nur Feminismus, sondern auch Humor und Solidarität mit anderen jungen und alten Feministinnen, die mit mir lachen und sich hin und wieder auch echauffieren.

Rosa: Mechthild, hättest du dir auch gewünscht, dass der Dialog zwischen den Generationen im Artikel deutlicher wird?

Mechthild: Ich finde es sehr verständlich, dass das öffentliche Interesse zunächst den neuen Ideen der jungen Frauen gilt. Dafür Platz zu schaffen und den Ideen Raum zu geben – ob bei uns im EVA oder in diesem Artikel – ist der erste Schritt. Und im EVA hat der Dialog zwischen den Generationen ja bereits begonnen und das klingt in dem Artikel auch schon mit an. Wir werden den Dialog bestimmt weiterführen – mit Neugier und Offenheit für ganz unterschiedliche Positionen nicht nur zwischen den Generationen und immer mit einer großen Portion Humor!